Ich kann Abschiede nicht leiden. Weil es mich traurig macht gehen zu müssen und, was fast noch schlimmer ist, mit dem Gefühl zurückgelassen zu werden allein zu bleiben. Abschied ist so vielfältig. Und jedes Mal bricht er mir das Herz. Wenn ich mich für längere Zeit von Freunden verabschieden muss oder wenn es vielleicht ein Abschied für immer ist, mit der Gewissheit eben, dass man den anderen nie wieder sehen wird…
Abschied ist die innigste Form menschlichen Zusammenseins.
Sagt jedenfalls Hans Kudszus. Aber… Naja, wenn ich jetzt beginne mich dazu zu äußern, bin ich wahrscheinlich morgen noch nicht fertig und ich schweife dann bestimmt fürchterlich ab und so. Und um die Aussage nun zu erörtern hab ich keine Zeit. Außerdem war ich in Erörterung schon immer schlecht. Aber das gehört jetzt nich hierher.
Was ich auch nicht mag, sind innerliche Abschiede. Wenn man die Augen nicht aufgemacht hat, um richtig hinzuschauen und zu sehen. Es gibt Menschen, zwischen den passt es sofort in der ersten Sekunde. Dann wieder gibt es welche, die ihre Zeit brauchen, bis sie sich verstehen und zwischen anderen funktionierts einfach nie. Es passt nicht, eckt immer an, egal was man versucht, egal wie sehr man sich verbiegt. Dann ist da diese es-geht-nicht-mit-und-nicht-ohne-Gefühl. Wenn man einfach feststellt, dass der andere anders ist, als man dachte, wenn man nicht mehr kann, weil man daran zerbricht. Dann entfernt man sich innerlich und nimmt Abschied. Und dann kommt die Einsamkeit. Obwohl die ja nicht so schlimm ist. Es ist die Erkenntnis, dass man sich geirrt hat und man ist auch noch selbst daran schuld, weil man sich ein Bild gemacht hat, das nicht gestimmt hat. Und weil das Loslassen so verdammt weh tut.
Und ich weiß, dass es kindisch sein mag, aber wenn eine Serie, die ich so gern geschaut habe, von der ich fast alle Folgen kenne, zu Ende geht, dann will ich weinen, nur noch weinen, weil es auch eine Art Abschied ist, die mir das Herz zerbricht. Weil ich immer andere Welten suche, mit denen ich mich identifizieren kann.
Aber ich glaube, der schlimmste Abschied bisher war… als ER seinen letzten Schultag hatte, bzw. als ich das letzte Mal in der Schule war, als er auch noch da war. Und als ich dann das Schulgebäude verlassen habe und zum Reisebus bin, der mich mit unserm Schulchor fortgebracht hat, bin ich fast zusammengebrochen. Ich hätte es ihm so gerne gesagt, wollte ihn noch einmal sehn und dann vergessen. Aber nicht mal das wurde mir gestattet. Nicht einmal ein Lebe wohl! Vielleicht ist das die schlimmste Form von Abschied… wenn man sich nicht einmal mehr verabschieden kann…
“Das Leben ist wie eine Pusteblume, wenn die Zeit gekommen ist muss jeder alleine fliegen…”

Tja, das Leben kann so einfach sein, mann muss nur glück haben.
By: system guru on September 12, 2009
at 12:27 am