Gestern Nacht hatte ich Angst davor alleine einzuschlafen. Mir war schon den ganzen Tag zum Heulen zumute, aber erst als ich das Licht ausgemacht und mich ins Bett gelegt habe, habe ich mir erlaubt schwach zu werden. Ab da war kein Halten mehr. Ich hab mich wieder in den Schlaf geweint. Wie schon so viele Nächte vorher. Grundlos. Ich weiß nicht warum. Und ich bin alleine eingeschlafen. Irgendwann. Tief in der Nacht. So wie ich jede Nacht in den letzten 18 Jahren alleine eingeschlafen bin. Dabei hab ich mir gestern nichts sehnlicher gewünscht, als dass jemand da ist und mich in den Arm nimmt. Jemand, der mir sagt, was mit mir nicht stimmt. Warum ich immer so traurig bin. Warum ich immer weinen will, warum ich allein sein will, wieso mich so viel aus dem Gleichgewicht bringt, warum ich mir immer alles zu Herzen nehme, so sehr, dass ich daran kaputt zu gehen drohe. Ich habe Angst alleine zu sein mit meinen Gedanken. Weil ich dazu neige, mir immer das Schlimmste auszumalen. Weil ich immer nur Menschen sehe, die traurig und verletzt sind… weil ich sie enttäuscht habe. Ich zweifle zu sehr an mir. Habe das bisschen Selsbtvertrauen, das mal da war vollkommen verloren. Ich habe manchmel schreckliche Angst davor, dass ich mir etwas antue, weil ich den Schmerz nicht mehr ertrage. Weil ich an der Sehnsucht kaputt gehe. Mittlerweile habe ich angefangen mich zu fragen, ob ich vielleicht psychisch krank bin und mir professionelle Hilfe suchen sollte. Ich habe Angst, dass ich das vielleicht wirklich brauchen könnte. Auf der anderen Seite scheint sich niemand Sorgen zu machen. All das spielt sich nur in meinem Inneren ab und wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, ist es, als würde als das nicht existieren. Ich fühl mich so hilflos. Bin innerlich zerissen, weil ich mein Leben einerseits liebe, weil es mir aber andererseits nie das geben kann, was ich mir so sehr wünsche. Darum lese ich.
“Ich lese um all die Leben zu leben, die nicht leben kann.”
Oder so ähnlich. Ich hab Angst, dass ich daran kapuut gehe. Dass mich niemals jemand verstehen wird. Wieso ich manchmal mehr sehe als andere. Wieso ich weine, wenn ich ein emotionales Buch lese. Warum das Schicksal anderer Menschen so sehr bewegen kann. Warum ich Schöhnheit sehe, dort wo eigentlich nur “Nichts” ist. Jedes Mal wenn ich versuche darüber zu reden stoße ich auf Unverständnis. Ich muss immer alles alleine machen. Will niemanden belästigen… brauche vielleicht sogar die Einsamkeit. Ich glaube, bis mir jemand sagen kann, was mit mir losgeht werden noch viele Nächte kommen, in denen ich Angst davor habe, alleine einschlafen zu müssen. In solchen Nächten sind dann die Tränen meine einzigen Freunde….
Danke für Dein so wunderschöne Darstellungen. Ich finde dass Du ganz etwas besonderes bist. Denn Du bist wie ein Spiegel und so ehrlich im Niederschreiben, sodass ich fast meine Dich zu kennen obwohl ich Dich noch nie gesehen hab. Solche Menschen wie Du sind die Besten unter uns und es sollte mehr davon geben. Versuch doch unter Menschen zu gehen. Da gibt es sehr viele wo es noch schlechter geht als Dir. Wie wäre es mit Freiwilligenarbeit? Das ist einfach eine Supersache. Mach ich auch und man gehört einfach dazu. Es ist ein Versuch wert. Kopf hoch
By: Ursula Deflorin on February 19, 2012
at 2:43 pm